Reisen, Fiasp, Pille und Co.

Lang, lang ist’s her.

Ich gebe es zu: In den letzten Monaten habe ich den Blog wirklich sehr vernachlässigt.

Das soll sich jetzt wieder ändern! Warum es so lange still hier war und was es sonst so bei uns gibt lest ihr jetzt hier:

#1 London

Janis macht momentan eine Ausbildung zum Gesundheits-und Krankenpfleger, während ich mittendrin in der Ausbildung zur MTRA (Medizinisch-Technische-Radiologieassisstentin) stecke. Beide Ausbildungen verlangen uns teilweise viel ab, der Lernstress ist definitiv nicht zu unterschätzen. Da wir unsere Urlaubstage durch die Ausbildungen nicht selbst bestimmen können, verpassen wir uns in unseren freien Tagen quasi permanent: Erst hat Janis 4 Wochen frei und wenn er wieder arbeitet fangen meine freien Tage an. Ja, ich weiß: Das ist jammern auf sehr hohem Niveau. Trotzdem fehlt uns manchmal einfach ein bisschen Zeit zu zweit.

Da wir immerhin über die Weihnachtstage beide gleichzeitig frei haben, haben wir uns letztes Jahr relativ kurzfristig dazu entschlossen, für ein paar Tage wegzufliegen. Unser Ziel: London.

Fotos

Ich war bereits zwei  Mal in Großbritanniens Hauptstadt- für Janis gab es auf dieser Reise viele Premieren.
Zum ersten Mal fliegen, zum ersten Mal ins Ausland, zum ersten Mal englisches Essen und zum ersten Mal ein 5-tägiger Städtetrip.

Der Diabetes rieb sich zu Beginn der Reise diabolisch die Hände. Dank der Aufregung, des Stresses am Flughafen und der nicht ganz einfachen Anreise zum Hotel ließ er den Blutzucker erst mal genüsslich in die Höhe schnellen.

Die nächsten Tage hingegen ließ er sich trotz ausgiebigem Frühstück, Leckereien auf den englischen Weihnachtsmärkten und Bier und Fast Food im Pub erstaunlich schnell besänftigen und so wurde es auch diabetestechnisch gesehen ein wunderschöner erster Urlaub zu zweit.

#2  Auslandspraktikum

Kurz nach Weihnachten erhielt ich dann eine Nachricht, auf die ich sehr gehofft hatte: Ich erhielt ein Stipendium über ERASMUS Plus für ein Auslandspraktikum in Klagenfurt.

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Am Wörtersee- das Libre immer mit dabei!

Wer Klagenfurt nicht kennt: Es liegt quasi am südlichsten Punkt Österreichs, im Dreiländereck zwischen Italien, Österreich und Slowenien.

 

Und so ging es Mitte März mit meiner Freundin Sarah für 6 Wochen gen Süden.  Obwohl ich vor ein paar Jahren alleine mit dem Rucksack durch Irland gereist war, war ich nun doch sehr aufgeregt. Dies würde nach 3 Semestern theoretischer Ausbildung mein erster richtiger Arbeitseinsatz in meinem späteren Beruf sein. Letztendlich war die ganze Nervosität jedoch völlig umsonst. Das Team war unglaublich herzlich, ich wurde schrittweise eingearbeitet und fühlte mich nach wenigen Tagen pudelwohl.
Der Diabetes spielte grade zu Beginn leider ziemlich verrückt und auch während unserer kleinen Ausflüge und Wochenendtrips nach

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Auf und Ab’s in Venedig.

Venedig, Laibach und Porec musste ich mich das ein oder andere Mal durch landestypische Hyposnacks knabbern.
Versaut hat der Diabetes mir das Praktikum in Klagenfurt trotzdem nicht. Wir genossen jede freie Minute bei bestem Wetter am Wörtersee, gingen wandern und shoppen, wurden zu Stammkunden bei einer winzigen, wahnsinnig leckeren Eismanufaktur und kochten abends bei Bier, Wein und vielen Gesprächen in unserem kleinen Wohnheimzimmer.

 

Die Zeit in Klagenfurt war fantastisch und ich bin mir sicher, dass ich die Chance sofort wieder ergreifen würde, würde ich sie noch einmal bekommen!

#3 Diabetes Ups and Downs

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Quelle: Pixabay

Leider lief es nicht immer fantastisch mit dem Diabetes und so jagten uns vor allem in den letzten Wochen einige schwere Unterzuckerungen wieder gehörigen Respekt vor unserem ständigen Begleiter ein.

Es wurde zunehmend schwieriger, meine Werte zu handeln und mich frustrierte sehr, dass ich mehr und mehr Insulin brauchte, um einigermaßen normale Werte hinzubekommen.

Nachdem wir Anfang des Jahres unseren Diabetologen wechselten war ich zunächst sehr skeptisch, ob er wohl der richtige für uns wäre. Unsere vorherige Diabetologin bildete mit uns ein Team, in dem Dinge besprochen, statt befohlen wurden, was uns wirklich gut tat. Der erste Termin bei unserem neuen DiaDoc lief daher umso überraschender für mich. Er stimmte sofort zu, Libre Sensoren für uns beide zu verschreiben, gab uns Tipps mit auf den Weg und bat mich um Geduld mit mir selbst.

Gesagt getan: Ich probierte mit dem Spritz-Ess-Abstand rum und konnte zwar Erfolge für meine Werte verzeichnen, blieb allerdings immer noch auf den wahnsinnig hohen Insulindosen von etwa 100 IE pro Tag hängen und steigerte mich schrittweise auf einen SEA von 1-1,5h. Das war vor allem im Arbeitsalltag aber meistens kaum machen, weshalb die postprandialen Werte immer wieder in inakzeptable Höhen schnellten.

Neu, neu, neu: Fiasp, Pille und Metformin

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Fiasp

Deshalb stieg ich vor einem Monat auf das neue Insulin Fiasp von Novo Nordisk um. In einigen Facebook-Gruppen hatte ich schon von unterschiedlichsten Meinungen zu Fiasp gehört. Einige waren durchaus positiv, andere waren nach kurzer Zeit wieder zu ihrem alten Insulin zurückgekehrt.

Bis jetzt kann ich nur positiv über Fiasp berichten. Meine Spritz-Ess-Abstände haben sich deutlich verkürzt und auch die postprandialen Glukoseanstiege sind weitaus weniger hoch als zuvor. Ob das neue Insulin langfristig etwas ändert, muss sich wohl erst zeigen- bis jetzt bin ich mit meinem Umstieg auf Fiasp aber sehr zufrieden.

Pille

„Wenn schon, denn schon“, dachte ich mir und habe im gleichen Atemzug eine weitere, für mich sehr wichtige und richtige, Entscheidung getroffen: Ich verzichte von nun an auf hormonelle Verhütungsmittel. So richtig wohl habe ich mich mit der Pille nie gefühlt und nun den Entschluss getroffen, auf diese zusätzlichen Hormone zu verzichten. Hierüber werde ich wohl gesondert auch nochmal berichten, wenn ich etwas länger „ohne“ lebe. Bis jetzt habe ich aber auch hier wirklich gute Erfahrungen gemacht. Bislang kann ich auf die Verdopplung meiner Basalrate in der ersten Zyklushälfte verzichten und rein subjektiv fühle ich mich ausgeglichener und einfach…besser. 😉

Metformin

Seit etwa 1,5 Jahren kämpfe ich sehr mit meinem Gewicht. Trotz guter Ernährung, viel Bewegung im Alltag und Sport nehme ich einfach nicht ab. Vitaminmängel sind ausgeglichen und über extremen Stress kann ich eigentlich auch nicht klagen. So langsam gingen mir die Ideen aus und so sprach ich mit meinem Diabetologen darüber, der mir meine Vermutung bestätigte, dass ein extrem hoher Insulinspiegel eine Gewichtsabnahme prinzipiell erschweren kann. Und so gibt es einen weiteren Punkt, den ich in Sachen Diabetes verändere: Von nun an nehme ich Metformin, ein orales Antidiabetikum, das Insulinresistenzen abschwächen soll und somit eigentlich für Typ 2 Diabetiker gemacht ist, ein. Im Internet konnte ich nicht wirklich etwas zu einer Metformintherapie für Typ 1 Diabetiker finden und auch in den Facebookgruppen ließt man nur sehr vereinzelt von Erfahrungen. Letztendlich werde ich es einfach ausprobieren und wenn es mir hilft: Perfekt. Wenn nicht habe ich es wenigstens versucht!
Gibt es hier Leute, die als Typ 1er mit Metformin behandelt werden? Wie sind eure Erfahrungen dazu? Ich würde mich freuen, darüber zu lesen!

 

Das war’s dann auch mit meinem Update der letzten Monate. Wenn ihr Interesse daran habt, werde ich über die Kombi „Fiasp-Metformin-Keine Pille“ noch einmal berichten, wenn ich etwas mehr Erfahrung damit gemacht habe.

Bis dahin,
Eure Caro!

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