Über uns

„ALLE HINDERNISSE UND SCHWIERIGKEITEN SIND STUFEN, AUF DENEN WIR IN DIE HÖHE STEIGEN“

Friedrich Nietzsche


Das sind wir!

jhCaro (20) und Janis (21):
Typ 1 Diabetiker, Partner, Motivationshelfer- Diabetesverbündete!
Getreu nach Nietzsches Motto sehen wir jede Hürde, jedes Hindernis, jeden Rückschlag als einen Schritt in die richtige Richtung. Durch den Diabetes lassen wir uns nicht unterkriegen…
Seit 2014 kämpfen wir gemeinsam!


Janis

Foto2An meine Diagnose kann ich mich nicht mehr erinnern-ich war 3 Jahre alt. Es dauerte auch nicht lange, bis ich eine Pumpe bekam. Im Kindergarten oder in der Schule durfte ich oft nicht das essen, was die anderen bekamen- stattdessen gab es aber immer irgendwelche kohlenhydratfreien Snacks für mich. Überhaupt fühlte ich mich nie wirklich eingeschränkt. Ich habe Fußball gespielt, mich mit Freunden getroffen, habe Ausflüge mitgemacht. In meiner Jugend ging es dann bergab. Der Diabetes passte nicht in mein Leben, also ignorierte ich ihn. Messen und spritzen waren für mich Gelegenheitsaktivitäten- und so landete ich regelmäßig mit einer Ketoazidose auf der Intensivstation.
Letztendlich verdanke ich mein Leben wohl meiner Pumpe und meiner damaligen Diabetologin. Sie sagte mir knallhart ins Gesicht: „Du begehst grade Selbstmord auf Raten. Und da will ich nicht zuschauen!“.
Daraufhin schlug sie mir das Zentrum für Jugendliche Diabetiker vor- eine Einrichtung, in der ausschließlich Kinder und Jugendliche mit Diabetes bereut werden.
Dort lebte ich dann auch insgesamt 4 Jahre und bin heute froh, diesen Schritt gegangen zu haben. Mehr über mein Leben im Zentrum erfahrt ihr übrigens hier auf dem Blog! 🙂

Caro

hjhIm Frühling 2011 beginnt meine Diabetesgeschichte. Ich hatte Osterferien- und genoss jeden Tag in vollen Zügen! Ich schlief lange, aß viel, war jeden Tag unterwegs. Trotzdem fühlte ich mich irgendwie…anders als sonst. Zurück in der Schule wurde ich von Freunden gefragt, ob ich abgenommen hätte. Zu Hause stellte ich mich auf die Waage: Tatsächlich. Innerhalb der 2 Wochen Ferien hatte ich 7kg abgenommen. Nach und nach kamen die anderen, typischen Symptome dazu. Ich lebte eigentlich nur noch, um zu schlafen. Kam ich von der Schule nach Hause, legte ich mich für 3-4 Stunden hin, stand zum Abendessen auf und schlief dann bis zum nächsten Morgen wieder durch…bis auf die mehreren dutzend Male die ich Nachts aufstand, um zur Toilette zu rennen.
In der Schule fiel mir auch mein unstillbarer Durst erst so richtig auf. Ich saß vor der Wasserflasche, starrte sie an und versuchte, mich zu zügeln. Jeder Schluck hinterließ einen noch schlimmeren Durst.
Bei meiner Mama und mir schrillten langsam die Alarmglocken- ihr Bruder ist Typ 1 Diabetiker.
Ich fühlte mich trotzdem irgendwie wie ein Hypochonder. Wer geht schon gern einfach mit gepackter Tasche ins Krankenhaus und sagt „Hi. Ich glaube, ich habe Diabetes.“?
Also bat ich meine Mama, mit mir erstmal einen Blutzuckertest in der Apotheke zu machen. Wir haben ein tolles Verhältnis und versuchen eigentlich immer alles mit Humor zu nehmen- also wetteten wir. Ich schätzte meinen Blutzucker auf 270mg/dl, meine Mama war der festen Überzeugung, ich läge bei 500mg/dl. Die Apothekerin japste erschrocken nach Luft und drückte mir umständlich ihr Beileid aus, als der Wert piepsend angezeigt wurde: 272mg/dl. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge ging ich zu meiner Mutter zurück. „Gewonnen!“, verkündete ich und sorgte damit für einen weiteren Schockmoment bei den Apothekern. Meine Mama seufzte bloß: „Na immerhin. Dann können wir ja jetzt direkt weiterfahren.“
Im Krankenhaus ging dann alles natürlich schnell. Ich hatte keine Ketone- vermutlich hatte ich sie mit den 7-8 Litern Wasser täglich einfach ausgespült- und konnte so auf der normalen Kinderstation bleiben. Sowohl ich, als auch meine Eltern bekamen Schulungen und mir war schnell klar: Hey. Irgendwie kriegst du das hin.
Am ersten Abend bat ich darum, den Pen selbst benutzen zu dürfen und stürze mich seitdem begeistert auf jede neue Diabetestechnik.
Akzeptanz? Das war für mich nie ein Thema. Der Gedanke, der mich seit Beginn begleitete, war: „Wenn ich es habe, dann kriegt es vielleicht ein kleines Kind nicht!“.
Diesen Gedanken möchte ich in die Welt tragen. Genießt die kleinen Momente im Leben- trotz oder grade wegen des Diabetes!
Zu Schreiben ist meine Leidenschaft- und der Blog ein Ventil:)